Immer mehr Blue Cards

01.08.2018

Sie ist das Ticket für den europäischen Arbeitsmarkt: Die Blue Card EU. Knapp sechs Jahre nach der Einführung hat das BAMF erstmals eine Bilanz dieser Aufenthaltserlaubnis vorgelegt.

Bis Ende März 2018 wurde sie für Deutschland an rund 76.800 Personen ausgegeben. Diese kamen hauptsächlich aus Indien (12.798), China (4.533) und Russland (3.567). Damit wurden für Deutschland 85 Prozent der EU-weit insgesamt vergebenen Karten ausgestellt. 50.000 der Empfänger sind noch im Land. Die Nachfrage nach Arbeitskräften befriedigt dies jedoch nicht.

Eine Studie des BAMF ergab 2016, dass zwei Drittel der Blue Card-Inhaber_innen in Berufen der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik arbeiteten, neun von zehn übten einen Beruf aus, der von der Bundesagentur für Arbeit auf die Liste der Mangelberufe gesetzt wurde. Das BAMF wirbt derzeit mit einer Kampagne für den Aufenthaltstitel. Voraussetzungen sind ein Hochschulabschluss, eine Arbeitsplatzzusage sowie ein jährliches Mindestbruttogehalt von aktuell 52.000 Euro. Für die Mangelberufe wie IT-Fachkräfte, Ingenieur_innen oder Ärzt_innen gilt ein geringeres Mindesteinkommen von 40.560 Euro.

Die Vorteile der Blauen Karte sprächen sich immer mehr herum, sagt eine Sprecherin des BAMF der DPA. Die Karte ermöglicht es, schon nach 33 Monaten ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in Deutschland zu bekommen. Wenn ein Sprachtest des Niveaus B1 bestanden wird, ist dies schon nach 21 Monaten möglich. Die Inhaber_innen können zudem ihre Familie nachholen, auch wenn Ehepartner oder Kinder kein Deutsch können.

Allein 2017 wurden mehr als 21.700 Blue Cards ausgestellt. Etwa die Hälfte der Menschen kam auf diese Weise nach Deutschland. Die anderen waren so genannte Statuswechsler – sie haben beispielsweise hier studiert und im Anschluss die Karte beantragt. „Sie ist damit ein gutes Instrument, um Leute bei uns zu halten, die wir selbst ausgebildet haben“, so das BAMF.

Infoseite des BAMF zur Blue Card: https://bit.ly/1f6rjEH

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration August 2018" entnommen.