Türkei: Gewerkschafter aus Remscheid verhaftet

01.07.2018

Der Gewerkschafter und Migrationsberater Adil Demirci aus Remscheid wurde in der Türkei verhaftet. Seine Freunde und Kollegen kämpfen für seine Freilassung.

Am 13. April 2018 ist Adil Demirci in der Türkei verhaftet worden. Dort war er mit seiner schwer erkrankten Mutter auf Verwandtschaftsbesuch. Seitdem sitzt er in der Haftanstalt Silivri in Istanbul, zeitweise sogar in Einzelhaft.Im gleichen Gefängnis waren auch Can Dündar, Peter Steudtner und Deniz Yücel inhaftiert. Wie so häufig bei Regierungskritikern und Oppositionellen lautet auch bei Adil Demirci der Vorwurf der türkischen Justiz: Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation und Terrorpropaganda. Konkret wirft der türkische Staat Adil Demirci vor, an drei Beerdigungen in den Jahren 2013, 2014, 2015 teilgenommen zu haben. Seine Unterstützer sagen, Adil habe als Journalist an diesen Beerdigungen teilgenommen, um darüber zu berichten.

Demirci arbeitet als freier Journalist und Übersetzer für die Nachrichtenagentur ETHA, die der linken Sozialistischen Partei der Unterdrückten nahesteht. Demirci arbeitet außerdem beim Jugendmigrationsdienst des IB (Internationaler Bund) in Remscheid. Dort berät und unterstützt er traumatisierte junge Geflüchtete bei der Suche nach beruflichen und schulischen Perspektiven. Als Mitglied der Gewerkschaft ver.di engagiert er sich auch für den Betriebsrat und für seine Arbeitskolleg_innen.

Wie lange die Untersuchungshaft von Demirci dauern bzw. wann sein Prozess in der Türkei fortgeführt wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht klar. Seine Familie macht sich große Sorgen um seinen Gesundheitszustand, die Kommunikation mit ihm sei „massiv eingeschränkt worden”, berichtet sein Unterstützerkreis.

https://www.facebook.com/freeadildemirci/  

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration Juli 2018" entnommen.