Anerkennungs-News: Forum Migration 10-18

01.10.2018


 

Umfrage: Ausländische Fachkräfte mögen Deutschland nicht 

Arbeitnehmer_innen haben zunehmend Schwierigkeiten, sich in Deutschland einzuleben. Das ergab die jüngste Untersuchung der Agentur Internations, die jedes Jahr weltweit so genannte Expats, also ins Ausland entsandte Fachkräfte, befragt. In nur vier Jahren fiel Deutschland in diesem Länderranking vom 12. auf den 36. Platz. Befragt wurden mehr als 18.000 Menschen aus 178 Nationen, die in 187 Ländern leben. Fast die Hälfte der Fachkräfte hierzulande waren der Meinung, dass die Deutschen gegenüber Ausländer_innen unfreundlich seien, mehr als die Hälfte hatte Probleme, sich mit Deutschen anzufreunden. Nur in Kuwait und in Saudi-Arabien ist es der Studie zufolge noch schwerer, sich in die lokale Kultur einzuleben. Auch beim Thema Internet bekam Deutschland schlechte Noten: Es gebe zu wenige Anschlüssen mit hoher Geschwindigkeit, bargeldloses Zahlen sei zu wenig verbreitet, klagten die Expats. Das beliebteste Land unter den Expats war der Umfrage zufolge das Königreich Bahrain.

 

Private Soziale Dienste: Einwanderungs-gesetz soll Anerkennung vereinfachen 

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA) hat Vorschläge zur Reform der Anerkennung im neuen Einwanderungsgesetz gemacht. Unter anderem sollen ausländische Pflegeausbildungen aus Staaten mit anerkanntem Bildungsniveau grundsätzlich als gleichwertig anerkannt werden, wenn es dort eine reguläre Ausbildungs- oder Studiendauer von mehr als drei Jahren gibt. Die 16 unterschiedlichen Länderregelungen in Deutschland müssten kurzfristig durch bundeseinheitliche und bereits vom Heimatland einschätzbare Anforderungen ersetzt werden, so der BPA. Für die schnelle Anerkennung brauche es eine zentrale, personell ausreichend ausgestattete Anerkennungsstelle des Bundes. Die soll die Anerkennung der bundesrechtlich geregelten Gesundheitsfachberufe übernehmen. Zudem soll sie entsprechendes Wissen bündeln und eine einheitliche Rechtsanwendung gewährleisten.

Die Bundesregierung plant derweil eine zentrale „Clearingstelle Anerkennung“ als Teil des neuen Fachkräfte-Zuwanderungsgesetzes. „Im Gesundheitsbereich ist besonders der Flickenteppich an regionalen Regelungen ein Problem“, sagte Grit Genster, ver.di-Expertin für den Bereich Gesundheitspolitik.

 

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration Oktober 2018" entnommen.