Anerkennungs-News: Forum Migration 05-18

01.05.2018

Unis sollen informelle Kompetenzen von Geflüchteten leichter anerkennen

Hochschulen in Deutschland müssen die Angebote für geflüchtete Student_innen besser auf deren Bedürfnisse abstimmen. Das fordern die Autor_innen einer Studie des Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) an der Humboldt-Universität Berlin. In erster Linie sollte die Anerkennung der im Ausland erworbenen Abschlüsse und Kompetenzen verbessert werden, sagten Wissenschaftler des Projekts „Flucht: Forschung und Transfer“. Ansätze wie etwa die Datenbank „anabin“ müssten ausgebaut werden. Das Portal „anabin“ bietet Informationen darüber, welche ausländischen Abschlüsse mit denen in Deutschland vergleichbar sind. Auch Online-Angebote für Studierende, damit sie einzelne Studienleistungen nachholen können, seien hilfreich, aber noch zu selten verfügbar, sagte die BIM-Forscherin Julia von Blumenthal. Das deutsche Bildungssystem sei noch immer sehr stark auf formale Bildungsabschlüsse konzentriert, kritisierte Blumenthal: „Kompetenzen, die nicht zertifiziert sind, werden häufig nicht anerkannt.“ Flüchtlingen fehlten oft Zertifikate über Qualifikationen, die sie vor der Flucht erworben hätten.


Bundesrat fordert schnellere Anerkennungsverfahren

Der Bundesrat hat sich für die schnellere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse ausgesprochen. Bund und Länder seien gemeinsam in der Verantwortung, die Verfahren zu beschleunigen, heißt es in einem Beschluss der Länderkammer von Ende März. Mit einer „schnellen qualifikationsadäquaten Integration von ausländischen Arbeitskräften in den Arbeitsmarkt“ könne auch dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegengewirkt werden. Gerade für Flüchtlinge spiele die Anerkennung ihrer beruflichen Qualifikation eine wichtige Rolle, heißt es in der Entschließung weiter. Bund und Länder müssten gemeinsam prüfen, welche rechtlichen und finanziellen Schritte in dieser Legislaturperiode möglich seien. Wann sich die Bundesregierung mit der Entschließung befasst, ist noch nicht klar. Die Aufforderung der Länderkammer ist rechtlich nicht verbindlich.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration Mai 2018" entnommen.