Anerkennungs-News: Forum Migration 09-17

01.09.2017

Minister: „Talente enden als Taxifahrer“

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat die zu geringe Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse in Deutschland kritisiert. „Viele Talente sind hier als Taxifahrer geendet“, sagte Laumann der Agentur EPD. Im Juli besuchte er ein Pilotprojekt zur Nachqualifizierung ausländischer Pflegekräfte in der Katholischen Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe in Dortmund. Dort können sich EU- und Nicht-EU-Bürger für den deutschen Arbeitsmarkt nachqualifizieren, wenn sie in ihrem Heimatland eine Pflegeausbildung absolviert haben. Das sei nötig, weil Ausbildungsinhalte im Ausland oft nicht deckungsgleich mit denen in Deutschland seien, sagte Laumann. Im Anpassungslehrgang erhalten die Teilnehmenden ein maßgeschneidertes Angebot, um ihre individuellen fachlichen Lücken zu schließen. Außerdem nehmen sie an einem Sprachkurs teil, in dem sie auch Fachbegriffe aus der Pflege lernen. Das Projekt wurde in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium entwickelt. Laumann bezeichnete es als „landesweit wegweisend”.

Pilotprojekt Nachqualifizierung Dortmund: http://bit.ly/2xaUY94

Neues Fact Sheet Anerkennungsgesetz 

Das IQ-Netzwerk hat eine Kurzübersicht mit Informationen zum Thema „5 Jahre Anerkennungsgesetz“ herausgebracht. 2012 trat das Gesetz zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse in Kraft, das alle bundesrechtlichen Berufe regelt. Seitdem haben Menschen mit einem ausländischen Berufsabschluss erstmals einen Rechtsanspruch, die Gleichwertigkeit ihrer Qualifikation überprüfen zu lassen.

Fact Sheet: http://bit.ly/2vK3sGk

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration September 2017" entnommen.