Augsburg: ver.di kämpft gegen Abschiebung

01.11.2017

Seit 2016 arbeitet der afghanische Flüchtling Anwar Khan im Klinikum Augsburg. Am 1. Oktober sollte seine Ausbildung zum Gesundheitsund Krankenpfleger beginnen. Doch die Ausländerbehörde will das nicht zulassen: Sie will Khan nach Afghanistan abschieben. Hunderte Kolleg_innen Khans protestieren, auch ver.di- Vorstand Frank Bsirske schaltete sich ein.

Der 21-jährige Khan kam 2014 nach Deutschland. Er ist ver.di-Mitglied und war auch aktiv im Streik um bessere Personalausstattung für Kliniken. Sein Asylantrag wurde abgelehnt – seitdem wird er nur geduldet. Der Afghane hat geklagt und wartet nun auf die Entscheidung des Augsburger Verwaltungsgerichts.

Im Kollegenkreis sei Khan außerordentlich beliebt, sagt Stefan Jagel, ver.di-Sprecher im Bezirk Augsburg. Khan engagiere sich beispielsweise in seiner Freizeit als ehrenamtlicher Sanitäter bei den Johannitern in Augsburg. Khans Abschiebung war ausgesetzt, solange er am Klinikum Augsburg eine zwölfmonatige Ausbildung zum Krankenpflegehelfer absolvierte. Der Vertrag für die weitere Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger liege seitens des Klinikums schon bereit, teilte ver.di mit. Wenn das Gericht auf Abschiebung entscheidet, wollen Klinikmitarbeiter und Gewerkschaft trotzdem nicht aufgeben – und so lange Druck auf die Politik machen, bis Anwar in Deutschland bleiben darf. „Menschen in einem Bereich abzuschieben, in dem Fachkräftemangel herrscht, ist völlig kontraproduktiv”, so Jagel. ver.di will mit einer Petition an den Bayerischen Landtag dazu beitragen, dass „dem Kollegen ein Bleiberecht zumindest für die Dauer seiner Ausbildung“ eingeräumt wird, möglichst aber auch ein Aufenthaltsrecht sowie eine Arbeitserlaubnis, so die Petition. „Angesichts der Tatsache, dass in deutschen Krankenhäusern Pflegefachkräfte händeringend gesucht werden, ist es völlig absurd, eine ausgebildete Fachkraft abzuschieben“, heißt es in dem Aufruf, deren Erstunterzeichner_innen Frank Bsirske, die Vorsitzende des ver.di-Gewerkschaftsrats Monika Brandl, sowie die Landesbezirksvorsitzende von ver.di Bayern, Renate Birkel waren.

ver.di-Petition und Berichte über den Kampf um das Bleiberecht:

http://bit.ly/2fX0Nkg

http://bit.ly/2fwrLSS

http://bit.ly/2l24ZnL

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration November 2017" entnommen.