Anerkennungskultur in der Zeitarbeit?

10.10.2017

Ein Porträt von Eugen Scheinberger, Betriebsratsvorsitzender der TUJA Zeitarbeit und Mitglied der Tarifkommission Leiharbeit der IG Metall aus Bayern 

Der 39-jährige stammt aus Kasachstan, hat in Moskau Jura studiert und lebt seit dem Jahr 2000 in Deutschland. Zwei Jahre später beginnt er bei der Firma TUJA Zeitarbeit GmbH als Produktionsmitarbeiter zu arbeiten, seit 2007 ist er als Betriebsrat freigestellt.

In dieser Funktion möchte er die korrekte Umsetzung der Tarifverträge vorantreiben, damit es bei der Bezahlung gerechter zugeht. Darüber hinaus geht es ihm darum, mit konkreten Betriebsvereinbarungen dafür zu sorgen, dass Kolleg_innen besser behandelt werden, sowohl finanziell als auch die persönliche Wertschätzung betreffend. Dabei liegt ihm die Einführung und Umsetzung eines gerechten und echten Equal Pays sehr am Herzen.

Arbeitnehmer_innen aus Zeitarbeitsfirmen haben mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen: Ihre Einsätze wechseln regelmäßig, sie müssen sich also ständig an neue Kolleg_innen und Vorgesetzte gewöhnen. Die wechselnden Tätigkeiten erschweren ein verlässliches Familienleben und wenn die Einsatzorte sich ständig ändern, verursachen sie zudem auch noch höhere Kosten, z.B. für Fahrten und Verpflegung. Darüber hinaus bedeutet Zeitarbeit auch unsichere Einkommensverhältnisse, wenn die Kunden durch unterschiedliche Tarifverträge nicht einheitlich zahlen können oder wollen.

In seiner Funktion als Betriebsratsvorsitzender ist Eugen Scheinberger dementsprechend mit vielfältigen Problemen konfrontiert:

Text: Jutta Hölscher, September 2017  

Mehr dazu gibt es bei der Tagung "Formell, non-formal, anders? Qualifikationen im Betrieb anerkennen!", Düsseldorf, 18.10.17. Anmelden: hier.