EU-Blue Card: Erleichterung für Hochqualifizierte

01.06.2017

Von allen gut ausgebildeten nicht-europäischen Migrant_innen, die in OECD-Länder kommen, wandern nur 31 Prozent in die EU. Mit einer Reform der so genannten Blue Card will die EU jetzt den Zugang zum Arbeitsmarkt für Hochqualifizierte aus Drittstaaten vereinfachen. Der europäische Gewerkschaftsverband ETUC fordert Flexibilität für die Mitgliedsstaaten und mehr Beteiligung der Sozialpartner.

Die Reform soll Hürden für Umzüge der Arbeitsmigrant_ innen in andere EU-Staaten sowie selbstständigen Nebenerwerb absenken. Familien sollen rascher über Ländergrenzen hinweg zusammenziehen können und das Recht zum langfristigen Aufenthalt soll schneller gewährt werden. Die EU-Staaten und das Europaparlament müssten der Reform zustimmen. Der Europäische Gewerkschaftsverband ETUC lobt, dass der Entwurf für die Richtlinie die Mitgliedsstaaten verpflichtet, die Schutzrechte für Wanderarbeitnehmer, einschließlich des Gleichbehandlungsgrundsatzes einzuhalten. „Gut verwaltete Migrationsströme bedeuten Nutzen für alle“, sagte die ETUC-Sprecherin Stéphanie Wouters. Allerdings sollten die EU-Staaten die Möglichkeit haben, die Regelung „so zu gestalten, dass sie besser mit ihren jeweiligen Arbeitsmarktsituationen übereinstimmt”, so Wouters. ETUC plädierte für größere Flexibilität bei der Umsetzung der Richtlinie und eine stärkere Beteiligung der Sozialpartner an der Ermittlung des Umfangs und der Funktionsweise des Blue Card-Systems.

Die Pläne der EU zur Blue Card: http://bit.ly/2qbUc7u

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration Juni 2017" entnommen.