Obdachlose sollen ausreisen

Zunehmend verweigern Notunterkünfte für Obdachlose EU-Bürger_innen  Hilfe. Hamburg setzt nun noch eins drauf gesetzt - hilfesuchende obdachlose EU-Bürger_innen sollen ausgewiesen werden.

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Arbeitsmarkt: Flüchtlinge sind keine Belastung

01.11.2017

Demnächst werden sich mehr Flüchtlinge arbeitslos melden. Doch dies ändere nichts am positiven Trend auf dem Arbeitsmarkt, vermeldet das Institut für Arbeitsmarktforschung (IAB) der Bundesagentur. Die Zahl der in Deutschland registrierten Arbeitslosen werde 2018 erstmals seit der Wiedervereinigung unter die Marke von 2,5 Millionen fallen.

„Vorübergehend zunehmende Arbeitslosmeldungen von Flüchtlingen werden von der grundsätzlich guten Entwicklung kompensiert“, sagte IAB-Experte Enzo Weber. Denn während der Bedarf an Arbeitskräften weiter ausgesprochen hoch ist, werde das Potenzial für weitere Beschäftigungszunahmen perspektivisch an seine Grenzen geraten, so das IAB. Ohne die Effekte der Flüchtlingszuwanderung würde das Erwerbspersonenpotenzial in diesem Jahr kaum noch wachsen, heißt es in einem neuen Papier des IAB.

Das zusätzliche Potenzial der Flüchtlinge tatsächlich in großem Umfang in Beschäftigung umzumünzen, brauche allerdings Zeit. Investitionen in Bildung und Sprachkompetenz würden dabei „auf längere Sicht aber große fiskalische und gesamtwirtschaftliche Vorteile“. Das IAB geht von jeweils 170.000 neuen Asylsuchenden in 2017 und 2018 aus.

Von den bereits Zugezogenen würden sich in unmittelbarer Zukunft nach Absolvierung von Integrations- und Sprachkursen deutlich mehr Flüchtlinge als zuletzt arbeitssuchend melden. „Dieser Effekt wird im Laufe des kommenden Jahres wieder abflauen“, so die IAB-Forscher_innen. „Wir schätzen die Wirkung der Flüchtlingszuwanderung seit 2015 auf die Änderung der jahresdurchschnittlichen Arbeitslosigkeit 2018 auf plus 60.000 Personen, und die auf die Änderung der Erwerbstätigkeit auf plus 80.000.“

Die Experten warnen aber vor einem Arbeitskräftemangel, wenn Deutschland nicht mehr für die Zuwanderung tue. Der demografisch bedingte Rückgang des Arbeitskräfteangebots werde derzeit mehr als ausgeglichen durch die hohe Zuwanderung, die das IAB für 2017 bei 570.000 und für 2018 bei 540.000 Personen ansetzt. „Soll der Demografieeffekt auch in Zukunft durch Migration abgemildert werden, muss Deutschland eine offene und erwerbsorientierte Zuwanderungspolitik stärken“, sagt Enzo Weber.

IAB-Kurzbericht 2/2017: http://bit.ly/2yBJRte

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration November 2017" entnommen.