Formell. Non-formal. Anders.

Ein wenig in der Freizeit am Auto rumgeschraubt und schon ausgebildeter KFZ-Mechatroniker_in? So einfach ist es nicht. Doch es gibt Wege informelle Qualifikationen anerkennen zu lassen.

Welche? Darüber diskutieren wir auf unserer Tagung

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Wendepunkt

Nächstes Jahr wird zum ersten Mal ein umfassendes, globales Abkommen über die Migration entwickelt – der Global Compact on Migration der UN.

Guy Ryder, Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, erläutert in seinem Kommentar im Forum Migration, warum das zu einem Wendepunkt für die Zukunft der Migration werden kann.

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Gnadenlos

In der EU wird das sogenannte Mobilitätspaket verhandelt. Die Stärkung des Sozialen  werde „gnadenlos der Liberalisierung des Binnenmarktes untergeordnet“, sagte DGB Vorstandsmitglied Stefan Körzell.

Was dahinter steckt? Hier mehr

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Einstellungssache

Sei können den Weg eines Kindes massiv beeinflussen: Lehrerinnen und Lehrer. Eine neue Studie brachte nun Überraschendes zu ihren Einstellungen zu Migrantinnen und Migranten zu Tage.

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Anerkennungskultur in der Zeitarbeit?

10.10.2017

Ein Porträt von Eugen Scheinberger, Betriebsratsvorsitzender der TUJA Zeitarbeit und Mitglied der Tarifkommission Leiharbeit der IG Metall aus Bayern 

Der 39-jährige stammt aus Kasachstan, hat in Moskau Jura studiert und lebt seit dem Jahr 2000 in Deutschland. Zwei Jahre später beginnt er bei der Firma TUJA Zeitarbeit GmbH als Produktionsmitarbeiter zu arbeiten, seit 2007 ist er als Betriebsrat freigestellt.

In dieser Funktion möchte er die korrekte Umsetzung der Tarifverträge vorantreiben, damit es bei der Bezahlung gerechter zugeht. Darüberhinaus geht es ihm darum, mit konkreten Betriebsvereinbarungen dafür zu sorgen, dass Kolleg*innen besser behandelt werden, sowohl finanziell als was die persönliche Wertschätzung betrifft. Dabei liegt ihm die Einführung und Umsetzung eines gerechten und echten E-Qual Pays sehr am Herzen.

Arbeitnehmer*innen aus Zeitarbeitsfirmen haben mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen: Ihre Einssätze wechseln regelmäßig, sie müssen sich also ständig an neue Kolleg*innen und Vorgesetzte gewöhnen. Die wechselnden Tätigkeiten erschweren ein verlässliches Familienleben und wenn die Einsatzorte sich ständig ändern, verursachen sie zudem auch noch höhere Kosten, z.B. für Fahrten nund Verpflegung. Darüberhinaus bedeutet Zeitarbeit auch unsichere Einkommensverhältnisse, wenn die Kunden durch unterschiedliche Tarifverträge nicht einheitlich zahlen können oder wollen.

In seiner Funktion als Betriebsratvorsitzender ist Eugen Scheinberger dementsprechend mit vielfältigen Problemen konfrontiert:

  • Zum einen gibt es eine hohe Fluktuation bei den Mitarbeitenden einer Zeitarbeitsfirma und die Bruttolohnlisten müssen regelmäßig kontrolliert weden, weil es sehr viele unterschiedliche Lohnarten gibt.

  •  Auf dem Markt gibt es zwischen den Zeitarbeitsfirmen eine starke Konkurrenz und hinsichtlich der potentiellen Kunden, d.h. den Arbeitgebern einen starken Preisdruck
  • Der Informationsfluss vom Betriebsrat zu den Kolleg*innen verkompliziert sich. Entweder er erfolgt über das schwarze Brett oder im persönlichen Kontakt. Dazu muss aber zunächst geklärt werden, ob ein Aushang am schwarzen Brett im Kundebetrieb überhaupt möglich ist. Davon abgesehen kann der Betriebsrat einer Zeitarbeitsfirma nicht alle Arbeitsplätze einsehen, da der Kunde oft keinen Beitriebsrat der Zeitarbeitsfirma in seinem eigenen Betrieb haben möchte.
  • Stimmt der Betriebsrat der Zeitarbeitsfirma einer Eingruppierung nicht zu, argumentieren die Arbeitgeber oft dass sie es sich nicht leisten können und drohen mit Entlassungen noch in der Probezeit.
  • Kaum ein Kunde akzeptiert eine Preiserhöhung wegen einer höheren tariflichen Eingruppierung und die meisten Kunden machen zudem kein Unterschied zwischen Helfer, Fachhelfer oder Facharbeiter mit Erfahrung.  

Text: Jutta Hölscher, September 2017  

Mehr dazu gibt es bei der Tagung "Formell, non-formal, anders? Qualifikationen im Betrieb anerkennen!", Düsseldorf, 18.10.17. Anmelden: hier.