Neues Recht

Im April wurde der rechtliche Rahmen für Leiharbeit neu festgelegt. Wird jetzt alles besser?

Was die Branche wirklich benötigt, diskutieren Betriebsräte auf der Betriebsrätekonferenz im September: Mehr 


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Formell. Non-formal. Anders.

Ein wenig in der Freizeit am Auto rumgeschraubt und schon ausgebildeter KFZ-Mechatroniker_in? So einfach ist es nicht. Doch es gibt Wege informelle Qualifikationen anerkennen zu lassen.

Welche? Darüber diskutieren wir auf unserer Tagung

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Wendepunkt

Nächstes Jahr wird zum ersten Mal ein umfassendes, globales Abkommen über die Migration entwickelt – der Global Compact on Migration der UN.

Guy Ryder, Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, erläutert in seinem Kommentar im Forum Migration, warum das zu einem Wendepunkt für die Zukunft der Migration werden kann.

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Gnadenlos

In der EU wird das sogenannte Mobilitätspaket verhandelt. Die Stärkung des Sozialen  werde „gnadenlos der Liberalisierung des Binnenmarktes untergeordnet“, sagte DGB Vorstandsmitglied Stefan Körzell.

Was dahinter steckt? Hier mehr

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Einstellungssache

Sei können den Weg eines Kindes massiv beeinflussen: Lehrerinnen und Lehrer. Eine neue Studie brachte nun Überraschendes zu ihren Einstellungen zu Migrantinnen und Migranten zu Tage.

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Porträt Anerkennung: Mohamad Reza Ahmadiniks - Nicht bis 35 warten

01.06.2017

Mohamad Reza Ahmadiniks Rechnung ist einfach: 12 Jahre Schule, vier Jahre Universität, sieben Jahre Berufserfahrung als Bauingenieur – das muss reichen. „Ich kann und will arbeiten“, sagt der 31-jährige anerkannte Flüchtling aus Isfahan in Zentraliran. 

Doch so einfach ist es für ihn nicht. 2015 musste Ahmadiniks seine Heimat verlassen. Über die Türkei, die Ägäis, Griechenland und Österreich kam er nach Deutschland. Am 2. Oktober 2015 erreichte er als Asylsuchender die Bundesrepublik, wurde nach Bremen verteilt. Im Januar 2017 wurde Ahmadiniks als politischer Flüchtling nach Artikel 16a anerkannt – der volle Flüchtlingsstatus.

An der Universität von Isfahan hat Ahmadiniks Bauingenieur studiert, sein Abschluss sei dem eines deutschen Bachelors vergleichbar, sagt er. Sein Vater war zunächst Maurer, später bildete er sich zum Architekten fort. Als Ahmadiniks 2009 die Universität abschloss, arbeitete er mit seinem Vater. „Gemeinsam haben wir Häuser gebaut, das will ich hier auch tun.”

Ahmadiniks hatte Glück und konnte bald aus dem Flüchtlingsheim in eine Wohnung ziehen. Zunächst besuchte er einen Integrationskurs, dann wurde er auf das Projekt „In Touch“ aufmerksam. Das Pilotprojekt der Bremer Hochschule für geflüchtete Akademiker_ innen soll diesen ermöglichen, mit der akademischen Welt wieder in Kontakt zu kommen und die Besonderheiten des deutschen Bildungswesens kennen zu lernen. Unabhängig vom Aufenthaltsstatus können die Teilnehmer_innen Uni-Ressourcen nutzen, ohne eingeschrieben zu sein. Ahmadiniks bekam dort eine „Tutorin“ genannte Patin und durfte an einem speziellen Deutschkurs mit geflüchteten Akademiker_innen teilnehmen. Sie alle bereiteten sich darauf vor, in Deutschland erneut zu studieren. „Dazu müssen wir bis C1 Deutsch lernen“, sagt er. Mindestens sieben Monate werde dies noch dauern.

Sein iranisches Diplom hat er von der Arbeitnehmerkammer und dem Bremer Jobcenter begutachten lassen. Letzteres bezahlte die beglaubigte Übersetzung, erstere wird dieses zur Anerkennung bei der Hochschule Bremen einreichen. Ahmadiniks geht davon aus, dass sein Bachelor als gleichwertig anerkannt wird und er 2018 ein Masterstudium aufnehmen kann. Ein Freund mit demselben Abschluss wie er hat kürzlich den entsprechenden Bescheid bekommen. Am liebsten will Ahmadiniks dann aber sofort arbeiten. „Ich habe ja schon so lange studiert und der Master dauert noch einmal drei Jahre, dann bin ich 35“, sagt Ahmadiniks. „Vielleicht finde ich ja auch eine Stelle mit meinem Bachelor, wenn ich erstmal gut genug Deutsch spreche.“

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration Juni 2017" entnommen.